Die zartesten Boten des bayerischen Genussfrühlings

Schrobenhausener und Abensberger Spargel g.g.A.

München, Februar 2015 – „Bis Johanni nicht vergessen: zwölf Wochen Spargel essen.” Mitte April ist es endlich soweit: Dann eröffnen die bayerischen Spargelhochburgen Schrobenhausen und Abensberg offiziell die Spargelsaison 2015. Die Schrobenhausener Spargelbauern feiern den Auftakt in die neue Spargelsaison am 16. April am Viktualienmarkt in München, und in Abensberg sticht am 18. April wieder ein prominenter Ehrengast die ersten Stangen der Saison. Die weißen und grünen Spargel der beiden Anbaugebiete zeichnen sich durch ihre hervorragende Qualität und ihren besonderen Geschmack aus – und da der Weg vom Spargelacker zum Esstisch kurz ist, auch durch ihre besondere Frische. Für Genießer und Freunde der schlanken Spitzen stehen von nun an knapp drei Monate Spargellust pur mit unendlich vielen Zubereitungs- und Genussmöglichkeiten der schmackhaften weißen und grünen Stangen an.

Kein Wunder also, dass die EU diese regionale, bayerische Spezialität bewahren möchte und den Spargel aus Schrobenhausen und Abensberg unter den Herkunftsschutz „geschützte geografische Angabe“ (g.g.A.) stellt. Somit werden nicht nur Tradition und Geschichte der beiden Anbaugebiete erhalten, sondern jedes Jahr aufs Neue echter Spargelgenuss aus Schrobenhausen und Abensberg für Spargelfans garantiert.

 

Spargelland Deutschland


Spargel zählt zu den beliebtesten Gemüsen der Deutschen und ist im deutschen Anbau die Nummer eins: Ca. 2.200 Spargelbetriebe in Deutschland bauen die zarten Stangen auf rund 20.400 Hektar an. Im vergangenen Jahr ernteten die deutschen Spargelbauern 114.000 Tonnen des beliebten Frischgemüses. Die beiden Anbaugebiete Schrobenhausen und Abensberg sind die Spargelhochburgen in Bayern. Mit ihren Anbauflächen von gerade mal 330 bzw. 1.000 Hektar zählen sie zu den eher kleinen Regionen in Deutschland. Ihre Jahrhunderte alte Tradition und geschmackliche Charakteristiken aber machen die Spargel dieser beiden Anbaugebiete zu einzigartigen regionalen Spezialitäten, deren Geschichte, Tradition und Herkunft von der EU mit dem Herkunftszeichen „geschützte geografische Angabe“ (g.g.A.) geschützt und bewahrt werden.

 

Zarte Spitzen – voller Geschmack


Frisch, zart im Biss, kräftig und leicht nussig im Geschmack und höchstens 22 Zentimeter lang: Das ist Schrobenhausener Spargel (g.g.A.). Die lockeren Böden seiner Heimat, Flugsand mit 20 Prozent Lehm und Ton, prägen seinen Charakter. Schon vor 150 Jahren ließen sich hohe Herrschaften Schrobenhausener Spargel auf der Zunge zergehen. Erst im 20. Jahrhundert wurde Spargel rund um Schrobenhausen auf größerer Fläche angebaut – und war dann rasch in aller Munde. Heute wird er in 19 Gemeinden der Landkreise Neuburg-Schrobenhausen, Aichach-Friedberg und Pfaffenhofen an der Ilm angebaut. Weil die regionale Spargelkultur in Schrobenhausen wurzelt und hier bis heute ihr Zentrum hat, gab die Stadt der Spezialität ihren Namen.

Eine leichte Bitterkeit gepaart mit einer leichten Süße charakterisieren den Geschmack des Abensberger Spargel (g.g.A.). Sein Anbaugebiet zählt zu den ältesten in Europa: Erste Erwähnungen des „Sandgürtels“ rund um Abensberg gehen bis in das Jahr 1730 zurück! Der sandig-humöse Boden in Verbindung mit der Frühjahrswärme und lauen Nachttemperaturen sind prädestiniert für den Anbau des edlen Gemüses und verleihen dem Abensberger Spargel seinen unverwechselbaren Geschmack. 35 Betriebe im Landkreis Kelheim bauen die berühmten Stangen an: Abensberg, Kehlheim, Biburg, Train, Saal, Langquaid, Siegenburg, Neustadt/Donau, Hausen, Roht, Elsendorf sowie kleinere Gemeinden wie Sandharlanden oder Holzharlanden.

 

Kleine Spargelkunde


Spargel ist eine mehrjährige Staude aus der Familie der Asparagaceae
(Spargelgewächse). Sein Wurzelstock überwintert in der Erde. Jedes Frühjahr treibt er Sprossen aus: die Spargelstangen. Die locker-sandigen Böden in der Region um Abensberg und Schrobenhausen sind ideal für den Spargelanbau. Im Sonnenlicht erwärmen sie sich rasch und sind gut zu bearbeiten. Die Spargelstangen können die weiche Erde mühelos durchstoßen und ganz gerade und zart wachsen. Lange Spargelstangen haben oft holzige Enden. Deshalb darf Abensberger und Schrobenhausener Spargel maximal 22 Zentimeter lang sein, sodass er in der Zartheit und im Geschmack ausgeglichen ist.


Sobald die Stangen sich ins Sonnenlicht recken, verfärben sie sich violett. Deshalb häufeln die Spargelbauern im Frühjahr die typischen Hügelreihen auf: die Spargeldämme bzw. Bifänge. Im Schutz der Erde bleiben die Stangen bis zum Erntetag vornehm blass. Mit dem Spargelstechmesser stechen die Erntehelfer täglich Stange für Stange behutsam ab. Anschließend füllen sie die Löcher wieder zu und glätten den Hügel mit der Spargelkelle. So sehen sie genau, wo neue Triebe nachstoßen: Oberhalb der Spargelköpfe zeigen sich feine Risse im Spargeldamm. Die Folien, die heute viele Spargelfelder abdecken, regeln die Temperatur. Zeigt die schwarze Folienseite nach oben, nimmt sie Sonnenwärme auf und leitet sie ins Erdinnere weiter. Die weiße Seite dagegen reflektiert das Licht und die Wärme, um hohe Temperaturen im Damm und nachfolgende Qualitätsmängel (wie z.B. hohle Stangen oder offene Köpfe) zu vermeiden.

 

Köstlich und gesund


Spargel schmeckt nicht nur gut, er ist auch sehr gesund. Wer Wert auf eine gesunde Ernährung legt, hat mit Spargel eine ideale Möglichkeit, in besonders wohlschmeckender Form etwas für seine Gesundheit zu tun. Ein Kilogramm Spargel hat gerade mal 180 Kilokalorien. Eine Portion deckt den täglichen Bedarf an Vitamin C und Folsäure, 90 Prozent des Bedarfs an Vitamin E und rund 50 Prozent an den Vitaminen B1 und B2. Die Asparaginsäure, Kaliumsalze und ätherische Öle fördern gemeinsam die Nierentätigkeit und entwässern den Körper. Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium, Phosphor und Eisen machen uns zudem frühlingsfit.

 

Richtig einkaufen: So erkennt man frischen Spargel


Am besten ist Spargel, wenn er am Verkaufstag oder am Vortag geerntet worden ist. Frischen Spargel erkennt man an folgenden Merkmalen:
• fest geschlossener Kopf
• aromatischer Duft
• pralle, glänzende Stangen, die auf Druck nicht nachgeben
• saftige Schnittenden, die beim Zusammendrücken angenehm frisch duften
• einheitlich und sauber weiß bzw. grün, ohne bräunliche Verfärbung
• Stangen „quietschen“, wenn man sie aneinander reibt

 

Aufbewahrung


Die Spargelstangen in ein sauberes, feuchtes Tuch einschlagen und ins Gemüsefach des Kühlschranks legen. So kann frischer Spargel bis zu vier Tage aufbewahrt werden. Bei Bedarf das Tuch nachfeuchten. Roher Spargel kann auch eingefroren werden, allerdings sollte man ihn vorher schälen.

 

Unendliche Vielfalt für grenzenlosen Spargelgenuss


Egal ob roh, gekocht, gedünstet, gebraten, gegrillt oder frittiert, mit Schinken, Fleisch oder Fisch, mit Sauce hollandaise, Butter, Olivenöl oder Parmesan, als Suppe oder Mousse, im Salat oder der Roulade: Genauso schnell wie die Spargelstangen wächst jedes Jahr auch das Angebot an Rezepten und neuen Genussvarianten. Dabei gilt stets: Spargel mag als besonders edel gelten, ist aber tatsächlich kein bisschen hochnäsig! Die Zubereitung ist kinderleicht.

 

Grundrezept für gekochten Spargel


• Wasser zum Kochen bringen. Etwas Butter und pro Liter Wasser höchstens 1 TL Salz zugeben.
• Spargel einlegen. Liegender Spargel sollte knapp mit Wasser bedeckt sein, stehender Spargel nur zur Hälfte – dann werden die zarten Köpfe besonders schonend im Dampf gegart.
• Garprobe: Nach 10 bis 20 Minuten sind die Stangen gar. Einfach mit der Gabel anpieksen: Der Spargel sollte elastisch-weich sein, aber noch Widerstand bieten.
• Mit zerlassener Butter servieren.

 


Viele köstliche Spargelrezepte sowie Wissenswertes rund um den Abensberger Spargel (g.g.A.) und Schrobenhausener Spargel (g.g.A.) finden Sie hier.

 

 

WeltGenussErbe Bayern – weil’s echt am besten schmeckt.


Die von der Europäischen Union geförderte Informationskampagne WeltGenussErbe Bayern veranschaulicht, wofür die EU-Herkunftszeichen „g.g.A.“ und „g.U.“ genau stehen, wie sie Erzeuger und Hersteller schützen und warum sie Verbrauchern nützen.  

Die Info-Offensive läuft bis 2017. Getragen wird sie vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, von der Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft, dem Milchwirtschaftlichen Verein Allgäu-Schwaben e.V., dem Bayerischen Brauerbund e.V., dem Schutzverband Nürnberger Rostbratwürste e.V., der Erzeugergemeinschaft Abensberger Qualitätsspargel e.V., dem Spargelerzeugerverband Südbayern e.V. und der Landwirtschaftlichen Qualitätssicherung Bayern GmbH.

Weitere Informationen unter: www.weltgenusserbe.eu