Kleine ganz groß

Würste mit Würze – original Nürnberger Rostbratwürste.

Wann die erste Nürnberger Rostbratwurst gebraten wurde, lässt sich nur vermuten. Aber: Sie gilt als erste urkundlich erwähnte Bratwurst. Seit über 700 Jahren!

Im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit durften nur spezialisierte Schweinemetzger die kleine Wurst herstellen. An den Fleischbänken kontrollierten geschworene Metzger und Marktmeister die Qualität. Wurde die Rezeptur befolgt? Entspricht die Mischung des Bräts der Vorschrift? Stimmt der Wassergehalt? Fleischern und Wurstmetzgern, die „böses Flaisch unter das guthe“ mischten oder verdorbene Ware anboten, drohten drakonische Strafen.

Der Begriff „Bratwurst“ leitet sich übrigens vom „Brät“ (früher: „Prät“) ab – dem gehackten oder fein zermahlenen Fleisch. Während sich außerhalb Frankens ein püriertes, breiartiges Brät verbreitete, hielten die Nürnberger Metzger an ihrem überlieferten Brauch fest: Sie mahlten das Fleisch nicht im Kutter, sondern hackten es fein oder drehten es durch den Wolf. Die mittelgrobe Körnung, die dabei entsteht, zeichnet bis heute die Nürnberger Rostbratwurst aus und unterstreicht ihre kernige, herzhafte Note.

Majoran: kleine Kräuterkunde

Majoran verleiht Nürnberger Rostbratwürsten ihre typische Würze. Grund genug, dieses Kraut mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Name: Majoran (lat.: Origanum majorana), auch: Wurst- oder Maiwürzkraut

Herkunft: Mitteleuropa

Geschichte: eines der meistverwendeten Kräuter der Römer. Aphrodisiakum in der Antike

Aussehen: eiförmige, dunkelgrüne, leicht haarige Blätter und weiße bis blass lilafarbene Blüten

Aroma & Geschmack: kräftig-würzig und leicht herbe im Geschmack (bitte sparsam verwenden!), intensiver Duft

Lagerung: dunkel, kühl und trocken

Verwendung: gelegentlich frisch, meist getrocknet: gemahlen oder gerebelt (= Abstreifen der getrockneten Blättchen); gerebelt hält Majoran seine Würzkraft länger, eignet sich auch für Fleisch- oder Käsegerichte

Herkunft? Ist klar!

Nürnberger Bratwürste

Um „Räubern“ einen (Bratwurst-)Riegel vorzuschieben, wurde 1998 der Schutzverband Nürnberger Bratwürste gegründet, der z. B. gerichtlich gegen nachgeahmte Nürnberger Rostbratwürste vorgeht. 2003 wurden die „Nämbercherla“ oder „Wöschdla“, wie sie im Dialekt heißen, schließlich unter den Schutz der Europäischen Union gestellt – und sind seither offiziell ein echtes Original. Zu erkennen sind die original Nürnberger Rostbratwürste an ihrem gelb-blauen g.g.A.-Siegel (geschützte geografische Angabe). Es garantiert die Herkunft und steht für Geschichte und Tradition.

Alle Schritte der Herstellung erfolgen im Stadtgebiet Nürnberg. Im Jahr 2016 wurde der Herkunftsschutz noch erweitert: Auch das Verpacken der Nürnberger Rostbratwürste erfolgt nun traditionell im Betrieb des Herstellers. Denn: Die Qualität der Würste erfordert schnelles Verpacken – damit Frische und Geschmack erhalten bleiben.

So ist garantiert: Nürnberger Rostbratwürste mit dem g.g.A.-Zeichen sind in der Frankenmetropole nach traditionellen Verfahren und überwiegend aus heimischen Zutaten hergestellt und verarbeitet sowie hier verpackt worden. Da haben Nachahmer keine Chance.

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Der Weg auf den Teller

Echt schmackhaft

Die Nürnberger Rostbratwurst ist ein echter Alleskönner. Eine ihrer Stärken (neben dem Geschmack): Sie lässt sich schnell und einfach zubereiten. Dabei wird sie gerne im sogenannten Bratwurst-Kanon serviert: 6, 8, 10 oder 12 Stück. Auch „Drei im Weckla“, „Sechs auf Kraut“ oder „Eins auf der Gabel“ sind beliebte Varianten.

Klassisch angerichtet werden Nürnberger Rostbratwürste auf einem Zinnteller, begleitet von Kartoffelsalat oder Sauerkraut mit Brot und Meerrettich. Ein typisch fränkisches Gericht sind die Sauren Zipfel.

Eine weitere Variante: G´häck-Weckla oder G´häck-Brot. So geht’s: Das Brät von zwei rohen Bratwürsten ausdrücken und mit Zwiebeln auf einem Brötchen (Weckla) oder einer Scheibe Brot verteilen.
Bei jedem Anlass, zu jeder Tageszeit, an jedem Ort – Nürnberger Rostbratwürste sind beliebt bei Jung und Alt und lassen sich kreativ in Szene setzen.

Für die Kleinen das Größte

Nürnberger Rostbratwürste schmecken nicht nur Erwachsenen gut, sondern sind auch für Kinder der Renner – ob als Snack auf die Hand oder als Hauptmahlzeit auf dem Teller. Mit ein paar Kniffen und Tricks können Eltern kindgerechte und abwechslungsreiche Kreationen zaubern. Fantasievolle Rezepte erfreuen die kleinen Esser nämlich besonders – frei nach dem Motto: Das Auge isst mit. So kann der nächste Kindergeburtstag kommen.

Schildkröte

Zutaten:
1 Kaisersemmel
5 Nürnberger Rostbratwürste g.g.A.
2 grüne Pfefferkörner aus dem Glas
etwas Magerquark
Petersilie

Zubereitung:
Mit einem Apfelausstecher vier Löcher für die Füße und ein Loch für den Kopf in die Semmel stechen.

Bei einer Rostbratwurst unterhalb der Spitze für den Mund einen kleinen Schnitt setzen. Dieser Mund wird beim Braten aufgehen. Nun die Würste braten und als Beine und Kopf in das Brötchen stecken.

Quark als Augen auf den Kopf geben (leicht geht’s mit einer Spritze), Pfefferkörner in den Quark legen und mit Petersilie anrichten.

Tintenfisch

Zutaten:
8 bis 10 Nürnberger Rostbratwürste g.g.A.
1 Baguette
2 Minimozzarella
1 schwarze Olive
Tomatenmark, Petersilie

Zubereitung:
Vom Baguette ein Endstück von ca. 10 cm abschneiden. Mit einem Apfelausstecher zwei Löcher für die Augen ausstechen und je einen Minimozzarella hineinstecken. Eine Scheibe der Oliven als Pupille daraufsetzen. Mit Tomatenmark den Mund formen (z. B. mit einer Spritze). Petersilie in das spitze Ende des Baguettes stecken.

Die Würstchen der Länge nach bis auf ein Viertel halbieren und braten.
Auf einen großen Teller legen (das offene Ende nach außen) und das Baguette in der Mitte anrichten.

Mehr Genuss für Kinder

Hier verwandeln sich Nürnberger Rostbratwürstchen in Erdmännchen, Krabben oder Bärchen: In seinem Buch „Alles wurscht“ präsentiert Wolfgang Ries Anekdoten, Tipps und viele kreative Rezeptideen – eine Freude für Groß und (ganz besonders) Klein. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Tipps für große und kleine Fans

  • Wurst als Köder: Dank Nürnberger Rostbratwürsten können Eltern ihren Kindern auch Beilagen wie Gemüse schmackhaft machen.
  • Mahlzeit für unterwegs: Ob für die Schule oder den Kindergarten, einen Tag in den Bergen oder ein Picknick am See – die kleinen Würste eignen sich hervorragend als Snack für unterwegs. Tipp: Würste vom Vortag klein schneiden und als Fingerfood mit Gurken und Karottensticks in die Brotzeitdose geben.
  • Mit Würze in den Tag starten: Nürnberger Rostbratwürste eignen sich nicht nur als klassische Mittags- oder Abendmahlzeit. Auch zum Frühstück schmecken sie, z. B. in einem Omelett mit frischen Tomaten oder der Länge nach halbiert auf einem Toast mit Kräuterquark.

Kurz nachgefragt:
Was verbinden Sie mit der Nürnberger Rostbratwurst?

© Schutzverband Nürnberger Bratwürste e. V.

Dr. Rainer Heimler, 1. Vorsitzender des Schutzverbandes Nürnberger Bratwürste e. V. und großer Fan der Nürnberger Rostbratwürste:

„Ich habe durch die Nürnberger Rostbratwurst gelernt, dass man der Qualität einer geschützten geografischen Angabe blind vertrauen kann.“

© Schutzverband Nürnberger Bratwürste e. V.

Melanie Straub, verantwortlich für Marketing und Kommunikation beim Schutzverband Nürnberger Bratwürste e. V.:

„Zu einem Spaziergang durch die Nürnberger Altstadt gehören für mich drei im Weckla. Der leckere Duft der gebratenen Nürnberger Rostbratwürste gibt mir ein Gefühl von Heimat.“