Abensberger und Schrobenhausener Spargel

Zart im Biss, kräftig und leicht nussig im Geschmack und höchstens 22 Zentimeter lang: das ist Schrobenhausener Spargel g.g.A. Die lockeren Böden seiner Heimat, Flugsand mit 20 Prozent Lehm und Ton, prägen seinen Charakter. Schon vor 150 Jahren ließen sich hohe Herrschaften Schrobenhausener Spargel auf der Zunge zergehen. Erst im 20. Jahrhundert wurde Spargel rund um Schrobenhausen auf größerer Fläche angebaut - und war dann rasch in aller Munde.

Eine leichte Bitterkeit gepaart mit einer leichten Süße charakterisieren den Geschmack des Abensberger Spargel g.g.A. Sein Anbaugebiet zählt zu den ältesten in Europa: Erste Erwähnungen des "Sandgürtels" rund um Abensberger gehen bis in das Jahr 1730 zurück! Der sandig-humöse Boden, in Verbindung mit der Frühjahrswärme und lauen Nachttemperaturen sind prädestiniert für den Anbau des edlen Gemüses und verleihen dem Abensberger Spargel seinen unverwechselbaren Geschmack.

  • In der Region um Schrobenhausen wird seit 150 Jahren Spargel angebaut - heute auf einer Fläche von rund 900 Hektar.
  • Abensberger Spargel wird seit 1730 im Raum Abensberg angebaut: Der "Sandgürtel" zieht sich über eine Fläche von rund 330 Hektar.
  • Spargel ist nicht gleich Spargel. Ihre besondere Qualität verdanken Abensberger Spargel g.g.A. und Schrobenhausener Spargel g.g.A. den Böden im Anbaugebiet.
  • Die Spargelsaison ist rund um Abensberg und Schrobenhausen "die fünfte Saison". Tausende Feinschmecker und Erlebnishungrige besuchen Spargelbauern, Wirtshäuser und das Europäische Spargelmuseum.

Gemüsespargel (Asparagus officinalis) besteht zu mehr als 90 Prozent aus Wasser (deshalb ist hat ein Kilo Spargel nur 180 Kilokalorien). Der Rest ist pure Wohltat. Die Asparaginsäure entwässert den Körper. Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium, Phosphor und Eisen und die Vitaminen C (vor allem in den Spargelspitzen), B und E machen ihn frühlingsfit.

 

Spargel ist eine mehrjährige Staude aus der Familie der Liliengewächse. Sein Wurzelstock überwintert tief in der Erde. Jedes Frühjahr treibt er Sprossen aus: die Spargelstangen.

Die locker-sandigen Böden in der Region um Abensberg und Schrobenhausen sind ideal für den Spargelanbau. Im Sonnenlicht erwärmen sie rasch und sie sind gut zu bearbeiten. Die Spargelstangen können die weiche Erde mühelos durchstoßen und ganz gerade wachsen.

Sobald die Stangen sich ins Sonnenlicht recken, verfärben sie sich violett. Deshalb häufeln die Spargelbauern im Frühjahr die typischen Hügelreihen auf: die Spargeldämme. Im Schutz der Erde bleiben die Stangen bis zum Erntetag vornehm blass. Mit dem Stechmesser trennen die Erntehelfer Stange für Stange behutsam ab. Anschließend füllen sie die Löcher wieder zu und glätten den Hügel mit der Spargelkelle. So sehen sie genau, wo neue Triebe nachstoßen: Oberhalb der Spargelköpfe zeigen sich feine Risse im Spargeldamm. Wenn es warm ist, wächst Spargel bis zu 0,75 Zentimeter - pro Stunde! Deshalb werden die Spargelfelder zweimal täglich beerntet.

Die Folien, die heute viele Spargelfelder abdecken, regeln die Temperatur. Zeigt die schwarze Folienseite nach oben, nimmt sie Sonnenwärme auf und leitet sie ins Erdinnere weiter. Die weiße Seite dagegen reflektiert das Licht und die Wärme; so wird ein vorzeitiger Erntebeginn vermieden.

Wenn Spargelprüfer sich über die bleichen Stangen beugen, prüfen sie Fasrigkeit, Aroma und Geschmack. Ist der Spargel grob faserig oder faserfrei und zart? Ist sein Aroma arttypisch, fein nussig oder angenehm buttrig? Schlägt die Bittere grob durch oder ganz dezent an, ist der Spargel eher mild oder (zu) süß?

Die Böden der Anbauregionen - schön locker sandig mit rund 20 Prozent Lehm und Ton - sorgen für den herausragenden Charakter von Abensberger und Schrobenhausener Spargel. Die Stangen sind zart, ihr Aroma ist intensiv und leicht nussig. Lange Spargelstangen haben oft holzige Enden. Deshalb ist Abensberger und Schrobenhausener Spargel maximal 22 Zentimeter lang und von Kopf bis Fuß ein zarter Genuss. Die kompakte Statur verringert auch das Risiko, dass die Stangen beschädigt werden oder innen hohl sind. Und sie sorgt für einen ausgewogenen Anteil von Kopf und Stange.

Schrobenhausener Spargel darf nach der Ernte nicht gewässert werden. Stattdessen wird er im Zwischenlager bei 1 bis 2 Grad Celsius und hoher Luftfeuchte schockgekühlt. So behält er seinen vollen Geschmack und die wertvollen Inhaltsstoffe.

  • Abensberger Spargel g.g.A. wird in 35 Betrieben im Landkreis Kelheim angebaut: Abensberg, Kehlheim, Biburg, Train, Saal, Langquaid, Siegenburg, Neustadt/ Donau, Hausen, Roht, Elsendorf, sowie kleinere Gemeinden wie Sandharlanden oder Holzharlanden.
  • Schrobenhausener Spargel g.g.A. stammt aus 19 Gemeinden der Landkreise Neuburg-Schrobenhausen, Aichach-Friedberg und Pfaffenhofen an der Ilm. Weil die regionale Spargelkultur in Schrobenhausen wurzelt und hier bis heute ihr Zentrum hat, gab die Stadt der Spezialität ihren Namen.

Aus den Aufzeichnungen von Maximilian Georg Kroiss zur "Darstellung des wirtschaftlichen Gebarens des Bettelordens der beschuhten Karmeliter" geht hervor, dass in Abensberg (wahrscheinlich) bereits im Jahr 1730 Spargel angebaut wurde. Damit zählt Abensberg zu den ältesten Anbaugebieten nicht nur in Deutschland, sondern sogar in Europa! Vor Abensberg liegt im internationalen Alters-Ranking nur noch Schweden, hier bauen hartgesottene Spargelbauer den kalten Temperaturen zum Trotz seit 1720 das zarte Gemüse an. Der Ertrag der gerade mal 35 bis 40 Hektar Anbaufläche kann den schwedischen Spargelkonsum aber bei Weitem nicht decken, und auch geschmacklich kommt das Gemüse nicht an den des zweitältesten Anbaugebiets Abensberg heran.

Die Menschen in und um Abensberg wissen um die Jahrhunderte lange Tradition und Einzigartigkeit ihres Spargels. Zwar erstreckt sich das Anbaugebiet nur über 330 Hektar (und ist somit deutlich kleiner als Schrobenhausen), die Qualität der weißen Stangen ist aber erstklassig und weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Damit er auch weiterhin so einzigartig erhalten bleibt haben die Abensberger ihren Spargel 2011 innerhalb der EU mit dem g.g.A.-Herkunftszeichen schützen lassen.

Das Königlich Bayerische Wochenblatt erwähnte 1851 zum ersten Mal den Anbau von Spargel im Schrobenhausener Land. Schon wenige Jahre später lieferte der Graf von Sandizell Spargel an die herrschaftliche Küche in München. Damals wurde das königliche Gemüse jedoch nur auf kleiner Fläche kultiviert. Der Landwirt Christian Schadt entwickelte den Spargelanbau Anfang des 20. Jahrhunderts weiter. Er baute im Oberhaidhof auf 1,33 Hektar Spargel an. Von der Nachbarschaft wurde der aus Groß-Gerau stammende Bauernsohn, der Spargel im großflächigen Anbau kultivierte, zunächst wenig beachtet. Doch schon in den 20er Jahren zogen etliche Großbetriebe nach. In den 50er Jahren spezialisierten sich viele Kleinbetriebe auf den Spargelanbau.

In den letzten Jahren entstanden immer mehr leistungsfähige Betriebe, die den Spargelanbau nach den modernsten Methoden kultivieren und aufbereiten. Heute erzeugen rund 100 Landwirte Schrobenhausener Spargel mit höchster Qualität auf einer Fläche von rund 500 Hektar.

 

Die Spargelsaison beginnt im April und endet an Johanni, dem 24. Juni. In dieser "fünften Jahreszeit" reisen tausende Spargelfreunde in die bayerischen Anbaugebiete, um ab Hof einzukaufen, in den Spezialitätenlokalen Spargel zu essen und das Europäische Spargelmuseum in Schrobenhausen zu besuchen.

An welchem Tag genau die ersten Stangen angeboten werden, hängt von der Witterung ab. Ist es längere Zeit warm, startet die Saison entsprechend früh. Dass nach Johanni kein Spargel mehr gestochen wird, hat einen guten Grund: Die Spargelpflanzen brauchen viel Zeit, um sich zu regenerieren und im folgenden Jahr eine reiche Ernte zu liefern. Und die Feinschmecker haben viel Zeit, sich auf die Saison im nächsten Jahr zu freuen ...

 

Wo eine Spezialität erzeugt wird, versteht man sich auch auf die gute Küche. Im Internet finden Sie eine Liste mit "Spargelspitzen-Gastronomen", die ausschließlich Schrobenhausener Spargel g.g.A. verwenden.

Wer neben Appetit auf Spargel auch Wissensdurst mitbringt, sollte das Europäische Spargelmuseum in Schrobenhausen besuchen. Hier wird Spargel aus historischer, botanischer, heilkundlicher und künstlerischer Sicht vorgestellt.

Im Idealfall wird Spargel am Verkaufstag oder am Vortag geerntet. Frischen Spargel erkennen:

  • Fest geschlossener Kopf.
  • Aromatischer Duft.
  • Pralle, glänzende Stangen, die auf Druck nicht nachgeben.
  • Saftige Schnittenden. Beim Zusammendrücken duften sie angenehm frisch. 
  • Sauber weiß oder grün, ohne bräunliche Verfärbung.
  • Reibt man zwei Stangen aneinander, quietschen sie.

Im Kühlschrank können Sie frischen Spargel bis zu vier Tage aufbewahren: In ein sauberes, feuchtes Tuch einschlagen und ins Gemüsefach legen. Bei Bedarf das Tuch nachfeuchten.

Rohen Spargel können sie - geschält und geputzt - auch einfrieren.

Roh, gekocht, gedünstet. gebraten, gegrillt und frittiert, mit Schinken, Fleisch oder Fisch, mit Sauce Hollandaise, Butter, Olivenöl oder Parmesan, als Suppe oder Mousse, im Salat oder der Roulade: Genauso schnell wie die Spargelstangen wächst jedes Jahr auch der Küchenschatz an Rezepten. Hier finden Sie unsere Spargelrezepte.

Spargel ist edel, aber kein bisschen hochnäsig. Zubereiten lässt er sich kinderleicht.
Das Grundrezept für gekochten Spargel:

  • Wasser zum Kochen bringen. Etwas Butter und pro Liter Wasser höchstens 1 TL Salz zugeben
  • Spargel einlegen. Liegender Spargel sollte knapp mit Wasser bedeckt sein, stehender Spargel nur zur Hälfte - dann werden die zarten Köpfe besonders schonend im Dampf gegart.
  • Garprobe: Nach 10 bis 20 Minuten sind die Stangen gar. Einfach mit der Gabel anpieksen: Der Spargel sollte elastisch-weich sein, aber noch Widerstand bieten.
  • Mit zerlassener Butter servieren.